Knauf AMF Knauf AMF

Akustik Planungshilfe für Schwimmhallen und Wellnessbäder

Weiter

Tipps für eine bessere Akustik in Schwimmhallen und Wellnessbädern

„Lauter Sport in leisen Hallen“ – unter diesem Titel hat das Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP, Stuttgart) im Jahr 2015 eine Studie zu akustischen Bedingungen in Schwimmhallen veröffentlicht.

Die Kernaussage: Am unzufriedensten sind die Befragten mit der dort herrschenden Akustik. Der Lärm erschwert nicht nur die Kommunikation, sondern kann auch zu Konzentrationsproblemen und im schlimmsten Fall zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Wie lässt sich die Akustik in Schwimmhallen und Wellnessbädern also verbessern und worauf sollte man in der Planung achten?

Gemeinsam mit der 4a Architekten GmbH in Stuttgart haben wir Ihnen wichtige Tipps zusammengestellt, mit denen Sie die Lautstärke, Sprachverständlichkeit und Hörsamkeit in Schwimmhallen und Wellnessbädern positiv beeinflussen.

Beziehen Sie die Akustik so früh wie möglich in Ihre Planung mit ein

Im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten werden bauliche Maßnahmen zum Schallschutz und zur Raumakustik oft bereits in der Wettbewerbsphase gefordert.

Und das zurecht: Zu Beginn lässt sich die Akustik funktional und wirtschaftlich am besten integrieren. So auch die Erkenntnisse des IBP, das auf die Wechselwirkungen zu bautechnischen, bauphysikalischen, architektonischen und organisatorischen Anforderungen hinweist.

DIN 18041 bietet Ihnen eine gute Orientierungshilfe

Relevante Norm für die Akustik in Schwimmbädern und Basis aller Planungen ist DIN 18041 „Hörsamkeit in Räumen - Anforderungen, Empfehlungen und Hinweise für die Planung (Ausgabe März 2016). Sie gilt auch für Sport- und Schwimmhallen bis 30.000 m³ Raumvolumen.

Die Norm unterscheidet bei den Vorgaben in Raumgruppe A, Hörsamkeit über mittlere und größere Entfernung – hierzu gehören auch Schwimmbäder – und Raumgruppe B , Hörsamkeit über geringe Entfernungen (z. B. Arbeitsstätten und Restaurants).

Die Art und die geplante Nutzung des Bades beeinflussen die Akustikmassnahmen

Jedes Bauvorhaben ist anders. Handelt es sich um eine Freizeitanlage, Sportstätte oder ein Wellnessbad, gibt es einen privaten oder öffentlichen Betreiber? Je nach Art des Schwimmbades gelten andere Anforderungen an die Akustik.

Ein wichtiges Kriterium ist auch, ob das Schwimmbad zugleich als Versammlungsstätte deklariert ist. Dann gelten höherwertige technische Anforderungen an die Ausführung, beispielsweise zum Brandschutz.

Achten Sie bei Sanierungen auf die Bauform des Schwimmbades

In den 70er Jahren waren Akustikmaßnahmen in Schwimmbädern kaum ein Thema. Die Herausforderung: Bei vielen dieser Bäder handelt es sich um Kuppelbauten, welche unter akustischen Kriterien im Vergleich zu anderen Gebäudeformen am schwierigsten zu sanieren sind.

Kuppelbäder lassen sich auch mit heutigen Mitteln akustisch meistens nicht zufriedenstellend lösen. Bei allen anderen Bauformen sind Verbesserungen der Akustik ohne weiteres machbar.

Planen Sie eine wirksame akustische Trennung der verschiedenen Nutzungsbereiche

Die Rutschen direkt neben dem Ruhebereich? Das könnte zu einem Problem werden. Wasserattraktionen gelten als eine der größten Lärmquellen im Gebäude und sollten intelligent positioniert werden. Nicht nur die Lage des Bereichs spielt eine Rolle. Die meisten Schwimmbad-Betreiber fordern eine konsequente Abtrennung verschiedener Bereiche im Gebäude wie Sportbecken, Freizeit- und Spielbereich, Wasserattraktionen, Umkleide- und Gastronomiezonen.

Unerwünschter Lärm lässt sich aber nicht allein über Raumbegrenzungsflächen vermeiden. In einigen Fällen muss mit baulichen Maßnahmen, Trennungen, Zonierungen gearbeitet werden, um entsprechende Qualitäten zu erreichen.

In unserem Best Practice Beispiel der Wasserwelt Langenhagen sorgen raumhohe Glastrennwände zwischen dem Sport- und Sprungbereich sowie zwischen dem Sprung- und Erlebnisbereich für eine akustische Trennung. Gleichzeitig bleiben Transparenz und Blickbeziehungen im Schwimmbereich durchgängig erhalten.

Stimmen Sie die Unterkonstruktion samt Verbindungsmittel auf die Anforderungen des Bades ab

Neben bauphysikalischen Belangen besteht die Hauptbelastung der Unterkonstruktion in den chemischen Einflüssen durch Chlordämpfe bzw. Salz bei Solebecken. Diese wirken deutlich korrosiver als hohe Luftfeuchte bzw. Wasser. Achten Sie also auf geeignete Materialien für die Unterkonstruktion.

Empfehlenswert sind beispielsweise Holzquerschnitte, bei denen je nach verwendeter Holzart auch auf chemischen Holzschutz verzichtet werden kann (Gebrauchsklassen nach DIN 68800-1). Aber auch klassische Trockenbauprofile und Zubehör mit entsprechendem Korrosionsschutz der Klasse C5 nach ISO 12944-2 stellen eine Möglichkeit dar.

Schaffen Sie pragmatische Lösungen in der Gestaltung von Form und Raum

Einerseits ermöglichen Schwimmbäder und Thermen in ihrer teils naturnahen Umgebung Spielraum in der Gestaltung von Form und Raum. Andererseits sind oftmals auch pragmatische Lösungen gefragt. Schräg gestellte Fronten und Dachkonstruktionen lassen beispielsweise nicht nur eine bessere Raumakustik zu. Die großen Raumhöhen können auch für Sprungturm oder Rutschen genutzt werden.

Finden Sie bei der Deckengestaltung einen Kompromiss zwischen Design und Akustik

Oft sind Decken die einzigen Flächen, an denen sich überhaupt akustische Maßnahmen durchführen lassen. Gleichzeitig sind sie aber auch wichtige Gestaltungselemente in einem Schwimmbad. Besondere Akzente in einer weitläufigen Schwimmhalle setzen zum Beispiel farbig gestaltete Decken aus Holzwolle-Akustikplatten (z.B. HERADESIGN® superfine 25mm von Knauf AMF).

Mit unterschiedlichen Farbtönen – z.B. Blautöne für den Sportbereich und warme Gelb- und Orangetöne für den Freizeitbereich – können Sie den einzelnen Bereichen eine eigene Atmosphäre verleihen und sie optisch voneinander trennen.

Ermitteln Sie notwendige absorbierende Flächen mit einer einfachen Tabelle

Je nach Raumgruppe und Volumen des Raums lässt sich die erforderliche Absorptionsfläche überschlagsmäßig ermitteln. Eine einfache Tabelle erleichtert Ihnen die Berechnung und unterstützt Sie bei der Wahl des passenden Materials und Systems. Wie das funktioniert, zeigen wir Ihnen in unserer Planungshilfe .

Vermeiden Sie Flatterechos, indem Sie das Thema Raumakustik ganzheitlich betrachten

Flatterechos sind ein gerne unterschätzter Nebeneffekt einseitig verteilter Absorptionsflächen. Um diese zu vermeiden, ist es wichtig, Raumakustik immer ganzheitlich zu betrachten. Das bedeutet, dass nicht nur eine absorbierende Decke, sondern möglichst auch Maßnahmen an den Wänden realisiert werden sollten. Häufig sorgt z. B. ein hoher Fliesenanteil an den Wänden für akustische Probleme (s. hierzu Planungshilfe Seite 11 ).

Wenn, wie in der Wasserwelt Langenhagen, spezielle Akustikdecken mit Holzwolleplatten ausgeführt werden, kann es ein akustisch wirksames Stilmittel sein, die Decken noch maximal bis zu einem Drittel in die oberen Bereiche der Wände weiterzuführen. Über die gesamte Anlage hinweg wächst so der Anteil schallabsorbierender Flächen, ohne dass Transparenz und Lichteinfall darunter leiden. Denn die Sprachverständlichkeit muss in allen Bereichen eines Bades gegeben sein, damit die Besucher organisatorische oder Gefahrendurchsagen problemlos verstehen.

Jetzt Planungshilfe mit Planungstabelle und Praxistest herunterladen!